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Baruth-Mark Bahnhof
 

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Angstraum

Personenunterführungen an Bahnhöfen haben oft einen schlechten Ruf. Viele dieser Durchgänge wirken dunkel, schmutzig und sind von Vandalismus geprägt. Sie werden zu sogenannten Angsträumen – Orte, die man ungern betritt und möglichst schnell wieder verlässt.

Gerade hier ist es wichtig, neue Lösungen zu finden. Mit gezielter Gestaltung lassen sich Unterführungen zu freundlichen, einladenden Orten entwickeln.

Helle Farben, klare grafische Elemente und saubere Flächen schaffen nicht nur optische Aufwertung, sondern tragen auch zum Sicherheitsgefühl der Reisenden bei.

Unser Anspruch ist es, diese Räume aus ihrem negativen Image herauszuführen und durch kreative Gestaltung einen Mehrwert für alle Nutzerinnen und Nutzer zu schaffen.

 
 

Phase 1 - Reinigung & Graffitientfernung

 

Der Beton wurde gründlich gereinigt und alle Schmierereien entfernt. Uns war wichtig, dass die Struktur des Betons wieder frisch und sichtbar wirkt – er ist das entscheidende Gestaltungselement dieses Bauwerks.

 

Phase 2 - Bemusterung und Entwurf

Damit die späteren Grafiken in einem guten Kontrast zum Untergrund stehen, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Bereits im Vorfeld analysieren wir den Beton und führen umfassende Farbbemusterungen durch. Da Beton ein Naturprodukt ist, treten immer wieder leichte Unterschiede in Farbton und Oberfläche auf – selbst innerhalb eines Bauwerks.

Um diese Nuancen zuverlässig erfassen zu können, arbeiten wir mit zahlreichen Messpunkten. So stellen wir sicher, dass die ausgewählten Farben optimal mit dem Beton harmonieren und die Grafiken in ihrer Wirkung klar und präzise zur Geltung kommen.

 

Blattmotive als Gestaltungselement

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn haben wir Motive entwickelt, die sich leicht und luftig über die Oberflächen ziehen, ohne diese zu dominieren. Die Blattgrafiken bringen eine natürliche Bewegung in die Gestaltung und wirken den starren, kantigen Betonkubaturen entgegen.

Ein entscheidender Aspekt ist dabei die Balance: Viel vom Betonlook bleibt sichtbar, während die grafischen Elemente Akzente setzen und den Raum spürbar beleben.

Gleichzeitig sind die Motive flexibel einsetzbar. In Bereichen, die erfahrungsgemäß stärker von Schmierereien betroffen sind – wie etwa im Tunnel selbst – können die Grafiken dichter und auffälliger angebracht werden. An weniger beanspruchten Stellen reicht oft eine dezente Gestaltung, die den Beton nur leicht begleitet.

 

Phase 3 - Ausführung vor Ort

Das Herzstück jedes Projektes ist die handwerkliche Umsetzung direkt vor Ort. Die Grafiken werden zunächst als exakte Schablonen produziert und anschließend millimetergenau auf die Betonflächen übertragen. Die Übertragung der Grafiken erfolgt mit speziellen Farben, die dauerhaft haltbar sind und eine lebenslange Beständigkeit garantieren.

Für dieses Projekt arbeitete unser Team unter besonderen Bedingungen: In den Wintermonaten wurden eigens beheizte Wärmekammern eingesetzt, um eine einwandfreie Verarbeitung sicherzustellen. So konnte die Qualität der Umsetzung auch bei niedrigen Außentemperaturen gewährleistet werden.